TIPPS

Wie kann eine Krise am besten überstanden werden?

  • Wichtig ist es, in Kontakt zu bleiben und sich nicht zurückzuziehen.
  • In einer Krise ist es wichtig, die Grundbedürfnisse zu wahren: Genügend schlafen, essen, trinken und sich bewegen. Das mag einfach tönen, geht aber im Strudel einer Krise leicht vergessen.
  • Sich professionelle Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche. Man muss nicht zuwarten, bis man in einer schweren Krise steckt. Professionelle Hilfe kann kleine Veränderungen bewirken, die eine schwere Krise verhindern. Wenn man professionelle Hilfe braucht, können Empfehlungen von Bekannten eine wichtige Hilfe sein.
  • Sehr hilfreich kann es sein, wenn man eine Begleitperson findet, die einen bei der Suche nach Hilfe und beim Aufsuchen von Fachpersonen unterstützt.

Wut und Frust – was tun?

Gefühle und Emotionen wie Wut, Frust, Stress und Enttäuschung gehören zum Alltag dazu. Sie sind wichtig und zeigen, dass etwas nicht stimmt. Oft fällt es jedoch schwer, diese negativen Emotionen richtig wahrzunehmen und einzuordnen. Sie werden unterdrückt, bis zu dem Moment, in dem alles zu viel wird. Simon Egli ist Oberarzt der Soteria Bern und gibt nachstehend ein paar Tipps, wie man im Alltag Dampf ablassen und mit negativen Gefühlen umgehen kann, damit sich diese nicht anstauen und zu Problemen im Alltag führen.

  • Rede über Situationen, die Wut und Frust auslösen, möglichst bald. Wenn sich negative Emotionen lange aufstauen, brechen sie oft unkontrolliert, heftig und im falschen Moment hervor.
  • Wenn Emotionen hochkochen, führen schnelle und unüberlegte Reaktionen rasch zu seelischen Verletzungen von anderen. Du verwendest vielleicht Worte, welche du später teilweise bereust.
  • Bei Wut und Frust ist es oft sinnvoll, zuerst mit Sport oder mit Entspannungsübungen zu versuchen, Dampf abzulassen. Im entspannten Zustand lassen sich Konflikte und schwierige Situationen oft besser klären.
  • Manchmal kann es aber auch besser sein, die Emotionen gleich in der Situation rauszulassen. In diesen Momenten lohnt es sich, möglichst Ich-Botschaften zu verwenden (z.B. „Ich bin gerade extrem wütend, da ich mich nicht verstanden fühle!“).
  • Alle können Zielscheibe von angestautem Frust werden, oft trifft es dabei die Schwächeren einer Gruppe. In solchen Situationen ist es sinnvoll, sich Hilfe zu holen, vor allem, wenn dies mehrfach oder längerfristig vorkommt.