TIPPS

(Zukunfts-)Ängste sind nichts Ungewöhnliches…

  • Wichtig ist es, in Kontakt zu bleiben und sich nicht zurückzuziehen.
  • In einer Krise ist es wichtig, die Grundbedürfnisse zu wahren: Genügend schlafen, essen, trinken und sich bewegen. Das mag einfach tönen, geht aber im Strudel einer Krise leicht vergessen.
  • Sich professionelle Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche. Man muss nicht zuwarten, bis man in einer schweren Krise steckt. Professionelle Hilfe kann kleine Veränderungen bewirken, die eine schwere Krise verhindern. Wenn man professionelle Hilfe braucht, können Empfehlungen von Bekannten eine wichtige Hilfe sein.
  • Sehr hilfreich kann es sein, wenn man eine Begleitperson findet, die einen bei der Suche nach Hilfe und beim Aufsuchen von Fachpersonen unterstützt.

...was aber tun, um besser mit ihnen umgehen zu können?

Gefühle und Emotionen wie Wut, Frust, Stress und Enttäuschung gehören zum Alltag dazu. Sie sind wichtig und zeigen, dass etwas nicht stimmt. Oft fällt es jedoch schwer, diese negativen Emotionen richtig wahrzunehmen und einzuordnen. Sie werden unterdrückt, bis zu dem Moment, in dem alles zu viel wird. Simon Egli ist Oberarzt der Soteria Bern und gibt nachstehend ein paar Tipps, wie man im Alltag Dampf ablassen und mit negativen Gefühlen umgehen kann, damit sich diese nicht anstauen und zu Problemen im Alltag führen.

Akzeptanz:Versuche deine Emotionen akzeptierend wahrzunehmen und wehre sie nicht ab. Nutze sie als Wegweiser, ohne dich mit ihnen zu identifizieren: Du bist nicht deine Angst! Achtsamkeitsübungen können dir dabei helfen, einen bewussteren und kompetenteren Umgang mit deinen Emotionen zu erlernen: Sie beispielsweise besser unterscheiden und benennen zu können oder zu bemerken, dass Emotionen wie von selbst kommen und aber auch wieder gehen.

Austausch:Bleib im Kontakt und sprich über deine Ängste: So bist du nicht alleine mit deinen Sorgen und kannst möglicherweise auch neue Perspektiven auf zukünftige Herausforderungen kennenlernen.

Aktiv bleiben:Versuche deine Tagesstruktur beizubehalten, dich auf die Anforderungen des Alltags – ob freudig oder pflichthaft – zu konzentrieren und das sorgenvolle Grübeln bewusst auf wenige bestimmte Zeitpunkte zu verschieben.

Ablenkung:Pflege Aktivitäten, die dir Sinn, Genuss und Spass bringen und dich so im Hier und Jetzt verankern. Musiziere, treib Sport, tanze, koch etwas Feines, geh in die Natur, engagier dich, leb deine Spiritualität, sei künstlerisch tätig, etc. – wenn du möchtest und es dir möglich ist, teil deine Leidenschaft(en) auch mit Gleichgesinnten und in Gemeinschaften.

Selbstfürsorge:Gib acht auf Körper und Geist, indem du dich ausreichend ernährst, bewegst und vor allem schläfst – übermüdet und nachts können Sorgen noch grösser erscheinen als sie tatsächlich sind.

Abgrenzung:Gönn dir Pausen von Social Media und (Bad) News – vermeide besonders Doomscrolling, wo du unkontrolliert eine negative Nachricht nach der andern konsumierst. Überleg dir dazu vielleicht auch einmal, an wie viele der gelesenen News-Artikel der letzten paar Tage du dich tatsächlich noch erinnern kannst?